Der Lieblingsjünger

Geliebte Gottes!

Der hl. Apostel und Evangelist Johannes begegnet uns in der christlichen Kunst, sowohl in der Malerei als auch in der Bildhauerei auf vielerlei Weise. Er wird dargestellt im Kreis der drei anderen Evangelisten – Matthäus, Markus und Lukas – mit einem Schriftrolle und einer Feder in Händen und dem Adler zu seiner Seite. Der Adler ist ja das Tier, welches die Eigenart des Johannes-Evangeliums so treffend charakterisiert. Gleichsam wie ein Adler schwingt sich der Evangelist zu den höchsten Höhen der göttlichen Geheimnisse empor, führt den Leser durch seine kreisenden Gedanken immer tiefer darin ein, und fördert durch seinen gestochen scharfen Adlerblick vieles zutage, was die Synoptiker in ihren Evangelien zuvor übergangen hatten.

Dann kennen wir die Darstellung des heiligen Johannes, wie er auf der Insel Patmos, auf einem Stein sitzend, die Geheimnisse der Endzeit in einer Apokalypse, d.h. in einer „Enthüllung“, am Firmament gezeigt bekommt, und diese in seiner Geheimen Offenbarung, dem letzten Buch der Heiligen Schrift getreulich festhält.

Wir finden ihn im Kreis der zwölf Apostel dargestellt, meist mit einem Kelch in der Hand, über dem sich eine Schlange windet. Dies geht auf eine Begebenheit aus dem Leben des Heiligen zurück. Heiden forderten den Apostel heraus und sagten, sie wollten den Glauben an Christus nur annehmen, wenn er einen Gifttrank ohne Schaden trinken würde. Johannes willigte ein, schlug das Kreuzzeichen über den dargebotenen Kelch, leerte ihn und blieb trotz des Giftes unversehrt. Das überzeugte die Heiden von der Wahrheit der katholischen Religion, und sie ließen sich taufen. Dieses Wunder ist der Grund, warum jedes Jahr an seinem Festtag der Johanniswein gesegnet wird.

Der hl. Johannes begegnet uns dann natürlich sehr häufig in den Darstellungen der Kreuzigung, wobei er dort als einziger der Apostel unter dem Kreuz Christi stehend zu sehen ist, während er aus dem Mund des scheidenden Christus dessen letzen Willen vernahm: „Sohn, siehe da, deine Mutter“ (Joh. 19, 27), und ihm auf diese Weise stellvertretend für alle Christgläubigen die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria zur Mutter gegeben wurde.

Johannesminne

Eine der schönsten Darstellungen des hl. Evangelisten Johannes dürfen wir jedoch in der sogenannten „Johannesminne“ erblicken, die ja auch im heutigen Evangelium Erwähnung findet. Diese Darstellung zeigt den Lieblingsjünger beim letzten Abendmahl, wie er an der Brust des Heilandes ruht. Am bekanntesten ist vielleicht die Johannesminne von Heilig Kreuztal. Johannes sitzt zur linken Seite Jesu. Sein Haupt ist wie im Schlaf herabgesunken an die Brust des Herrn. Jesus hält den Apostel mit der Linken umfangen, während Er Seine rechte Hand mit der Rechten des Apostels vereinigt. Die Schönheit dieser Darstellung liegt gerade darin, weil aus ihr die innige Freundschaft, die tiefe Vertrautheit und friedvolle Geborgenheit dieses Jüngers bei seinem Herrn und Erlöser so deutlich hervortritt. In der Johannesminne finden wir kunstvoll dargestellt, wonach sich jede fromme Seele seht: nämlich nach der Freundschaft mit Gott, nach dem Ruhen an Seinem Heiligsten Herzen. Um dorthin zu gelangen, müssen wir dem Beispiel des hl. Johannes nacheifern. Der Lieblingsjünger lehrt uns, wie wir unseren Herrn zum Freund gewinnen können.

Die Reinheit

Da ist vor allem die Reinheit des hl. Johannes zu nennen. Christus liebte den jüngsten seiner Apostel deshalb am meisten, weil er der reinste von ihnen war. Die Tugend der Keuschheit ist Jesus überaus angenehm. Er ist der göttliche Bräutigam, der sich am Wohlgeruch einer reinen jungfräulichen Seele erfreut (vgl. Hld. 4, 10 f.). Er ist der König jenes Reiches, welches der hl. Johannes auf Patmos geschaut hat und von dem er uns mit Bestimmtheit zu berichten weiß, daß „Nichts Unreines eingehen wird“ (Offb. 21, 27) in das Himmelreich. Der Lieblingsjünger sah dort jungfräuliche Seelen und schreibt von ihnen: „Es sind jene, die sich mit Frauen nicht befleckt haben; denn jungfräulich sind sie. Sie folgen dem Lamm wohin es geht. Sie wurden losgekauft aus den Menschen als Erstlinge für Gott und das Lamm“ (Offb. 14, 4). Wenn wir das irdische Leben unseres Herrn überblicken, so fällt uns auf, daß es durchweg jungfräuliche und keusche Menschen waren, die in Seinem unmittelbaren, persönlichen Umfeld zu finden waren. Die Heiligkeit Seiner Person, die Heiligkeit Gottes, verlangte es, daß diejenigen, die sich Ihm in vertrauter Weise nahen, Ihm an Reinheit ähnlich sind. – Der Gottmensch wollte keine andere Mutter als eine Jungfrau haben. Eine Jungfrau, deren Reinheit selbst die Engel bewundern. Sie, die Unbefleckte, war ja nicht nur körperlich ohne Makel, selbst der Glanz ihre Seele wurde von keinem Schatten der Sünde getrübt. Strahlend rein ist sie und voll der Gnade. Deshalb rufen wir Maria in der Litanei als die „reinste Jungfrau“ und als „Königin der Jungfrauen“ an. Maria war Jungfrau vor der Geburt. Welch einzigartiges Wunder! Sie war Jungfrau in der Geburt. Und sie war Jungfrau nach der Geburt. Ihr kommt das wunderbare und einzigartige Privileg zu, Mutter zu sein und dabei doch der Jungfräulichkeit nicht verlustig gegangen zu sein. – Des weiteren findet sich der heilige Joseph als keuscher Bräutigam Mariens dreißig Jahre lang an der Seite Jesu. Nur die Reinsten sind Ihm nahe, berühren Ihn, haben vertrauten Umgang mit Ihm. Das Haus von Nazareth, in dem der Gottessohn aufwuchs, war durchdrungen von einer Atmosphäre der Reinheit und Heiligkeit. – So ist es nicht erstaunlich, daß der hl. Johannes gerade wegen seiner Reinheit einer besonderen Freundschaft mit Jesus für würdig erachtet wurde. Auch der Apostel hat die jungfräuliche Unschuld durch den ganzen Lauf seines Lebens unversehrt bewahrt. Und das zu einer Zeit, wo deren Vortrefflichkeit von sehr wenigen Menschen erkannt wurde. So kam es also nicht von ungefähr, daß Jesus gerade ihm, dem reinsten Seiner Jünger, unter dem Kreuz die Gottesmutter Maria anvertraute. Die Jungfrau der Jungfrau. Seine Seele war rein wie ein Kristall und deshalb überhaupt erst dazu in der Lage, das Licht der göttlichen Wahrheit und der heiligsten Geheimnisse zu fassen, ehe er sie auf Antrieb und unter dem besonderen Beistand des Heiligen Geistes in die Worte seines Evangeliums kleidete. Christus hat den hl. Johannes nicht nur an Seiner Brust ruhen lassen, sondern ihm auch die tiefsten Geheimnisse Seines göttlichen Herzens eröffnet. So wie es nur der Freund gegenüber seinem Freund zu tun pflegt.

Vorzüglichkeit der Reinheit

Daher versteht es sich von selbst, daß auch wir, die wir um unseres Seelenheiles willen Jesus zum Freund gewinnen müssen, die Tugend der Keuschheit üben müssen. Jeder ist verpflichtet, die Keuschheit seinem Stand entsprechend zu üben. Je vollkommener diese Tugend in einer Seele besteht, d.h. je vollkommener eine Seele allein Gott lieben und besitzen will und deshalb darauf verzichtet, von einem Menschen in besonderer Weise geliebt zu werden, und auch darauf, einen anderen Menschen in besonderer Weise zu lieben, um so vollkommener wird sich Jesus einer solchen Seele schenken, um so näher wird Er sie an Sein Herz ziehen. Er wird sie mit einer besonderen Vertrautheit erfreuen. Er wird sie erleuchten im Verständnis der Glaubensgeheimnisse. Er wird sie führen auf dem Weg zur Vollkommenheit. Und diese Seele wird Ihm freudig nachfolgen, wohin auch immer Er sie führen mag. Darin besteht der Adel und die Vorzüglichkeit der Jungfräulichkeit. Deshalb rät der hl. Paulus denen, die sie halten könne, zu sie zu halten: „Wegen der Jungfrauen habe ich kein Gebot vom Herrn, aber einen Rat gebe ich, … wer seine Jungfrau verheiratet, tut gut, wer sie aber nicht verheiratet, tut besser“ (1. Kor. 7, 25.38).

Schamgefühl und Schamhaftigkeit

Es ist wahr: Die Tugend der Keuschheit erfordert eine sorgfältige Pflege und große Wachsamkeit. Sie gleicht einem Gefäß aus hauchdünnem Kristallglas, das durch jeden Hauch getrübt wird, das sehr leicht zu Bruch geht, wenn man unachtsam damit umgeht. Sie gleicht einer schneeweißen Lilie, die schon unter der leisesten Berührung leidet. – Zur Bewahrung der Keuschheit ist vor allem die Schamhaftigkeit notwendig. Der hl. Thomas von Aquin lehrt, daß die Schamhaftigkeit auf dem Schamgefühl aufbaut. Das Schamgefühl ist die natürliche Scheu, sich vor anderen verächtlich zu machen. Es treibt uns ganz allgemein dazu an, alles zu verbergen, was uns peinlich ist; was uns vor anderen Menschen herabwürdigt. Die Schamhaftigkeit geht über das ganz natürliche Schamgefühl hinaus. Sie ist eine sittliche Vollkommenheit, mit welcher der Mensch nicht nur das zu verbergen strebt, was peinlich, niedrig, häßlich und abstoßend ist, sondern auch manches an und für sich Vollkommene, Anmutige, Anziehende und Schöne verbirgt, damit es nicht entweiht, herabgewürdigt und verletzt werde. 

Die Unkeuschheit

Die Menschen unserer Zeit haben vielfach nicht nur die Schamhaftigkeit, sondern auch jedes Schamgefühl verloren. Die moderne Welt ist eine dreckige, stinkenden Kloake geworden, umschwirrt von Fliegenschwärmen, die in den Regenbogenfarben schillern. Die meisten Menschen kennen den Wert der Keuschheit nicht und setzen deshalb die Reinheit ihrer Seele so leichtfertig zahlreichen Gefahren aus. Andere halten es schlicht für unmöglich, keusch zu leben. Sie üben weder behutsame Vorsicht noch gebrauchen sie die notwendigen Mittel, um das Fleisch zu bändigen. Deshalb ist das Laster der Unkeuschheit so weit verbreitet und bringt seine fauligen Früchte hervor. Der hl. Thomas zählt ihre Früchte, d.h. die verhängnisvollen Folgen der Unkeuschheit auf. Zuerst führt die Unkeuschheit zur „Blindheit des Geistes“. Ja der Grund, daß die Menschen blind für die Wahrheit und unempfänglich für alles Übernatürliche sind, daß sie gerade das ablehnen und hassen, was richtig ist und empört zurückweisen, was eigentlich gut für sie wäre – der Grund hierfür ist nicht zuletzt in ihrer Unkeuschheit zu finden. Man sehe sich nur um in unserer mit Blindheit geschlagenen modernen Gesellschaft. Man muß nicht lange suchen, um der vorherrschenden geistigen Blindheit der Masse gewahr zu werden. Wie die Lemminge rennen die meisten dem Wahnsinn hinterher. Damit aber nicht genug. Die Unkeuschheit äußert sich auch in der „Verwirrung des rechten Urteils“. Wenn der Mensch für die offensichtlichsten Dinge schon blind ist, dann ist er erst recht außerstande, richtige Schlußfolgerungen aus den allgemeinen Grundsätzen des gesunden Menschenverstandes zu ziehen und auf die Praxis anzuwenden. Wer die Grundrechenarten nicht mehr beherrscht, der kann nicht einmal die einfachste Bruchgleichung auflösen. So ist es möglich, daß der moderne Mensch in so zahlreichen Wiedersprüchen lebt und es nicht einmal merkt. – Als weitere Früchte der Unkeuschheit nennt der Aquinate die „Unüberlegtheit“, die Überstürzung. Wieviele Menschen taumelt doch heute von einer Torheit in die nächste. Sie begehen einen verhängnisvollen Fehler nach dem anderen und verpfuschen so ihr ganzes Leben. – Dann die „Unbeständigkeit“. Heute so und morgen anders, wie es die Laune eingibt. Es gelingt nicht, Regelmäßigkeit und Ordnung im Leben zu schaffen. – Dann die „Selbstsucht“, der Egoismus, die Ich-Bezogenheit. Diese verdorbene Frucht der Unkeuschheit läßt einen Menschen nur auf den eigenen Vorteil bedacht sein, nur seine Interessen verfolgen. Rücksichtnahme und Takt sind Fremdworte für den Selbstsüchtigen. Schließlich zeitigt das ausgewachsene Laster der Unkeuschheit die giftige Frucht des „Hasses gegen Gott“ und endlich die der „Verzweiflung an der ewigen Glückseligkeit“. Am Ende sieht man seine Schandtaten nicht mehr. Man sieht sich selbst nicht mehr. Man sieht den Mitmenschen nicht mehr. Man sieht seinen Gott nicht mehr. So ist dieses Laster nicht bloß ein Weg zur Hölle, sondern stellt schon in diesem Leben ein Bild der Hölle dar, wie es sich im Herzen eines Sklaven der Unkeuschheit findet. Darum warnt uns der hl. Paulus so eindringlich: „Täuscht euch nicht, Gott läßt Seiner nicht spotten. Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Wer auf sein Fleisch sät, wird von dem Fleisch Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, wird von dem Geist ewiges Leben ernten“ (Gal. 6, 7-8).

Mittel, um die Keuschheit zu bewahren

Im Vertrauen auf die Gnadenhilfe Gottes müssen wir auf den Geist säen. Darum müssen wir hinsichtlich unserer Reinheit nicht nur auf unsere Taten achtgeben, sondern auch ganz besonders auf unsere Gedanken, Wünsche und Begierden. Wir müssen unsere Sinne bewachen; unser Reden und auch unsere Umgangsformen prüfen, also auf die Art und Weise achten, wie wir uns anderen gegenüber geben. Gerade in den Umgangsformen herrscht in der modernen Unkultur eine verhängnisvolle Distanzlosigkeit. Alle Unterschiede sind eingeebnet. Es herrscht eine Distanzlosigkeit zwischen Eltern und Kindern, zwischen Lehrern und Schülern, zwischen Vorgesetzten und Untergebenen. Wo aber keine gesunde Distanz besteht, da schwindet auch der Respekt, die Hochachtung, die Ehrfurcht. Und das wirkt sich natürlich verhängnisvoll auf den Umgang mit anderen Menschen hinsichtlich der geschlechtlichen Sittlichkeit aus. Zur Bewahrung der Keuschheit ist eine gesunde Distanz, ein großer Respekt vor dem andern Menschen unbedingt notwendig. – Desweiteren spielt die Kleidung für den Schutz der Reinheit eine große Rolle. Die Kleidung soll schamhaft sein. Sie soll also Schönes, Anmutiges und Anziehendes verhüllen. Einerseits um nicht die Keuschheit anderer Menschen zu gefährden und anderseits um sich nicht begaffen zu lassen und sich auf diese Weise selbst in den Augen anderer herabzuwürdigen. Die Kleidung soll also, ganz im Gegenteil zur heutigen Mode, die Form des Körpers gerade eben nicht betonen und sichtbar machen, sondern verhüllen! – Außerdem müssen nicht nur auf die Art und Weise unseres Umgangs achten, sondern auch mit wem wir Umgang haben. Wir müssen auf der Hut sein vor Menschen, die unsere Keuschheit leichtfertig gefährden. Nicht jeder Freund, nicht jede Freundin ist ein wahrer Freund bzw. eine wahre Freundin. Nicht selten sind die Freunde und der Freundeskreis in Wirklichkeit Verführer und Verderber. Von ihnen gilt das Wort Christi über das Ärgernis: „Hau sie ab und wirf sie von dir!“ (Mt. 5, 30), denn es ist besser für dich, ohne sie in das Leben einzugehen als mit ihnen verdammt zu werden. – Auch bei der Gattenwahl ist die Keuschheit ein Prüfstein für die persönliche Reife und für das Verantwortungsbewußtsein gegenüber dem anderen. Später in der Ehe sollen Mann und Frau einander Gefährten und Helfer sein, daß jeder von ihnen das ewige Heil findet. Diese Gesinnung muß schon vor der Ehe eingeübt werden. Ich muß alles tun, damit das Heil des anderen nicht in Gefahr gerät. Ich muß alle meine Wünsche zurückstellen und die gefährlichen Situationen meiden, nicht nur, insofern sie meine eigene Keuschheit gefährden, sondern auch insofern sie womöglich auch dem anderen Teil Versuchungen bereiten. – Vor allem aber müssen wir die Blicke bezähmen. Die meisten Sünden gegen die Reinheit beginnen beim Anschauen. Man kann keine Feuer löschen, wenn man ständig immer wieder Öl darauf gießt und es auf diese Weise immer anfacht. Ebensowenig wird derjenige, der nicht seine Augen Zaum nimmt die Reinheit seiner Seele bewahren können. Deshalb müssen wir unsere Augen hüten, damit nicht durch unachtsame Blicke, unreine Gedanken in unserem Geist heraufbeschworen werden. Die Augen, sowie die übrigen Sinne, sind die Pforten durch welche die äußere Welt in das Innere unserer Seele eindringt. Wollen wir uns nicht von solchen verunreinigen lassen, so müssen wir ihr den Eingang in unsere Seele verwehren. Insbesondere ist notwendig die Neugierde der Augen zu bezähmen. Denn wenn die Seele, wie der hl. Gregor sagt, so leichtfertig ist, das anzusehen, was die Begierlichkeit reizen kann, so wird sie auch das verlangen, was sie gesehen hat. Um uns unnötige Kämpfe und zahlreiche Niederlagen zu ersparen, müssen wir wie der Dulder Job einen Pakt mit unseren Augen schließen und sprechen: „Ich habe einen Bund mit meinen Augen geschlossen, nicht einmal einen Gedanken auf eine Jungfrau zu richten“ (Job 31, 1).

Seien wir entschiedene Freunde und Liebhaber der Tugend der Keuschheit, welche Jesus so sehr schätzt; welche Er so vielfältig belohnt und an deren Vorhandensein Er so viele Gnaden geknüpft hat. Befleißigen wir uns, die Reinheit der Seele und des Leibes zu üben, damit wir im Leben und im Tod zu der Zahl der Freunde Christi zählen. Bitten wir den Lieblingsjünger, den hl. Johannes, um seine Fürbitte, damit wir uns, seinem Beispiel folgend, der vertrauten Freundschaft mit Jesus würdig erweisen können, und wir einst nach diesem Leben in alle Ewigkeit am Herzen des göttlichen Erlösers ruhen dürfen; so wie wir es in der „Johannesminne“ dargestellt finden. Amen.