Das hl. Meßopfer – Ein Drama in drei Akten

Geliebte Gottes!

Der Gründonnerstag ist der Tag der Heiligen Woche, der in gewisser Hinsicht am reichhaltigsten ist. Das Letzte Abendmahl, die Fußwaschung, die Einsetzung der hl. Eucharistie, die Einsetzung der Priesterweihe, das Ölbergleiden, das Gebet unseres Herrn, der Kuß des Judas, die Gefangennahme Christi und der Prozeß in der Nacht. Unmöglich können wir alles erwägen. Wir müssen eine Auswahl treffen. – Wir wollen über die Bedeutung der hl. Messe sprechen. Das mag paradox sein gerade in dem Jahr, in dem es wie nie zuvor der Christenheit verunmöglicht ist, am Meßopfer des Abendmahlsamtes teilzunehmen, über die Bedeutung der Messe zu sprechen. Und doch ist es wichtig, gerade zu der Stunde, in der wir davon abgeschnitten sind, uns darauf zu besinnen. Damit wir die Messe, die uns vielleicht manchmal schon zu alltäglich erscheint, wieder höher einschätzen können.

Es gibt Menschen, Katholiken – sie würden es freilich nicht zugeben, aber tief in ihrem Herzen sind sie eigentlich ganz froh darüber jetzt schon drei Wochen nicht zur Messe gemußt zu haben. In ihrem Herzen sagt heimlich eine Stimme: „Ich habe keine Lust zur Kirche zu gehen. Die Messe zu besuchen, die weite Anfahrt, die Liturgie, immer dasselbe. Das ist doch Zeitverschwendung. Die hl. Messe gibt mir nichts.“ Was ist der Grund für solche Gedanken? Weil man, damit die hl. Messe einem „etwas gibt“, zuvor etwas zu ihr hinbringen muß. – Es gibt Fußballbegeisterte und solche, die sich keinen Deut für Fußball interessieren. Der Sohn sagt voller Begeisterung zu seiner Mutter: „Komm, schau dir das Spiel an: Schalke 04 gegen Borussia Dortmund. Ein Spitzenspiel!“ Doch der Mutter bedeutet es überhaupt nichts. Es gibt ihr nichts. Warum? Weil sie keinerlei Wissen über Fußball mitbringt. – Wieviele Mensch würden niemals in eine Oper gehen? Würden sie dazu gezwungen, würden sie es langweilig finden. Warum? Weil sie keinerlei Verständnis für Musik haben. – Wenn wir nach Athen fahren und dort den Areopag besichtigen, würden wir sagen: „Oh, wie interessant. Hier hielt Sokrates einest seine Verteidigungsrede. Und dort drüben führte der hl. Paulus seine Diskussion mit den Weisen der Stadt über die wahre Religion und die Auferstehung von den Toten.“ Wir müssen etwas nach Griechenland mitnehmen, damit wir mit den Ruinen, die wir dort vorfinden, etwas anfangen können. Ansonsten wird es uns mit absoluter Sicherheit langweilen, uns „nichts geben“, ja eine Last sein.

So ist es auch mit der hl. Messe. Ohne das Opfer, ohne die Mühe, die es nun einmal kostet, zu verstehen, was die hl. Messe ist, ist es nicht möglich, daß sie einem „etwas gibt“. Wie müssen wir der hl. Messe beiwohnen, damit sie uns „etwas gibt“?

Teilnahme am Opfer Christi

Auf einen einfachen Nenner gebracht geht es darum, geistiger Weise den Kalvarienhügel zu besteigen, um dort das hl. Kreuz zu berühren, während Christus daran hängt. Der Kalvarienhügel ist überall dort aufgerichtet, wo sich ein Altar befindet. Die Stufen, die zum Altar emporführen, deuten den Kreuzigungshügel an. Wo auch immer die hl. Messe gefeiert wird – ob in Wigratzbad, in Burgkirchen oder in Heimerdingen oder sonstwo – überall dort wird das Kreuz Christi aufgerichtet. Wie wir wissen, ist die hl. Messe die Erneuerung, die Fortsetzung des Kreuzesopfers unseres Herrn. Um daran teilzunehmen, müssen wir etwas mitbringen: Unsere eigenen kleinen Kreuze! Unser Herr verlangt von uns: „Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mt. 16, 24).

Jeder muß sein Kreuz auf sich nehmen. Schulkinder haben das Kreuz ihrer Aufgaben. Buchstabieren, Rechnen, Fremdsprachen lernen, physikalische und chemische Gesetze anwenden, den Gehalt literarischer Werke in Aufsätzen zusammenzufassen. Ein Kreuz ist der Gehorsam in der Familie. Das geduldige Ertragen lästiger Mitmenschen. Das Verzeihen. Eine Kritik demütig anzunehmen. Eine Krankheit, die fordernde Berufsarbeit, ein Verbot des Gesetzgebers oder sonst einen Nachteil oder „lediglich“ die Einsamkeit ohne Murren zu ertragen. Jeder von uns hat ganz unterschiedliche Arten von Kreuzen, die er täglich auf sich nehmen soll, um damit Christus nachzufolgen. Diese Kreuze müssen wir, wenn es möglich ist, höchst persönlich zur hl. Messe bringen. Wenn wir verhindert sind, müssen wir sie geistiger Weise mit dem hl. Meßopfer, das in der Ferne gefeiert wird, verbinden. Denn: Nur, wenn wir sie mit dem Kreuz Jesu Christi verbinden, nur wenn wir unser Opfer in dem großen Opfer Jesu Christi aufgehen lassen, macht es 1. überhaupt Sinn unser tägliches Kreuz zu tragen, und 2. werden unsere täglichen Opfer nur so fruchtbar für die Ewigkeit.

Das Drama der hl. Messe

Die hl. Messe ist wie ein Drama. Griechenland war einige Jahrhunderte vor der Geburt Christi das große Land des Drama. Diese Dramen sollten ihrem Zweck nach die Herzen und die Seelen reinigen. So dachten die Griechen darüber. Doch wurde es nur ein einziges Mal gespielt. Jene, die im Amphitheater dabei waren, dachten sich: „Wie schade! Jeder Mensch auf der ganzen Welt sollte das sehen. Doch wie kann das geschehen?“ Durch das Errichten anderer Theater an andern Orten. Andere Schauspieler; derselbe Text, dasselbe Drama, doch auf den unterschiedlichsten Bühnen der Welt, immer und immer wieder durch die Jahrhunderte hindurch.

Wenden wir das auf das Opfer des Gottmenschen an. Dieses Drama wurde einmal aufgeführt. Beim Letzten Abendmahl hat unser Herr die Vorkehrungen getroffen, damit dieses Drama Seines Leidens und Sterbens überall auf der Welt erneuert werden kann, damit die Herzen der Menschen wirklich bewegt würden und ihre Seelen tatsächlich Reinigung erführen. Er beauftragte Stellvertreter, die seine Worte sprechen und seine Gesten vollziehen sollten. „Tut dies zu meinem Andenken“ (1. Kor. 11, 24). „Wiederholt es!“ befahl er den Aposteln. – Dieselben Worte. Derselbe Zweck. Nur die Orte sind verschieden. Täglich wird es vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang erneuert.

Blicken wir kurz auf die drei Akte des Dramas vom hl. Meßopfer. Der erste Akt besteht in unserer Selbstaufopferung an Christus. 2. Akt: Wir sterben. Wir sterben mit Ihm. 3. Akt: Weil wir mit Christus gestorben sind, empfangen wir neues, übernatürliches Leben. Der erste Akt unserer Selbstaufopferung ereignet sich im Offertorium. Der zweite Akt unseres Todes mit Christus geschieht in der Konsekration. Und drittens erstehen wir in der hl. Kommunion zu einem neuen Leben auf.

Erster Akt: Das Offertorium

Beim Offertorium sollen wir nicht nur die Gebete sprechen, sondern auch mit vollziehen, was sie sagen bzw. was der Priester am Altar tut. Wir sollen uns selbst opfern. Das ist nicht schwierig. Es genügt, wenn wir sagen: „Ich will mit Dir eins sein. Eine Opfergabe für Gott.“ Wie bei der Bereitung des Kelches der Wassertropfen ganz im Wein aufgeht, so wird auch unsere Opfergesinnung ganz in der Opfergesinnung Jesu Christi bei dem großen Akt der Welterlösung aufgehen. Christus kann in seiner inzwischen verherrlichten menschlichen Natur nicht mehr sterben. Aber jeder von uns kann Ihm seine menschliche Natur geben. Wenn wir uns opfern, dann kann Er in uns erneut sterben. Und das nicht nur in unserer Todesstunde, sondern an denselben Stationen des Lebens, die auch Christus durchschritten hat. Christus wurde geboren für „Seine Stunde“. Sein ganzes Leben ist auf seinen Opfertod ausgerichtet. Seine Kindheit, Seine Jugend, Sein Erwachsenenalter. Alles zielt auf Seinen Erlösertod. Beständig hatte Er ihn vor Augen. Beständig opferte Er sich hin. Jeder von uns, egal in welchem Alter oder Lebensstand kann Ihm eine neue Menschheit sein.

Es genügt also nicht, bei der hl. Messe einfach nur physisch anwesend zu sein. Von der Bedeutung des Wassertropfens haben wir bereits gesprochen. Auch die Gaben von Brot und Wein tragen eine tiefe Symbolik in sich. Wenn der Priester die Patene erhebt, so werden wir aufgeopfert. Warum wählte Christus Brot und Wein zur Erneuerung Seines Opfers? 1. Weil sowohl Brot als auch Wein am besten die Einheit darstellen. Die Einheit des Brotes besteht aus einer Vielzahl von Weizenkörnern. Der Wein aus dem Saft vieler Trauben. So sind auch wir Viele. Doch im katholischen Glauben und in unserer Selbstaufopferung sind wir geeint in Christus. 2. Sowohl Brot als auch Wein haben eine „Passion“ hinter sich. Das Korn wird gemahlen. Es wird geknetet. Es muß die Gluthitze des Ofens ertragen. Die Weinbeeren werden in der Kelter gepreßt, so daß sie den Saft ihres „Blutes“ vergießen. 3. Brot und Wein sind Grundnahrungsmittel des Menschen. In ihnen ist sozusagen das menschliche Leben aufgespeichert. Brot und Wein repräsentieren uns Leben. Wenn wir das zum Opfer darbringen, was uns Leben spendet, dann bringen wir uns selbst. Beim Offertorium werden wir durch die Gaben von Brot und Wein, durch die Symbole unserer Selbstaufopferung, auf dem Altar repräsentiert und damit in das zentrale Geschehen des 2. Aktes hineingezogen.

Zweiter Akt: Die Konsekration

Bei der hl. Wandlung werden mit Christus gekreuzigt. Wir können nicht ein Leben zusammen mit Christus führen, wenn nicht zuvor unsere niedere Natur stirbt. Christus vergegenwärtigt Seinen Tod am Kreuz. Wir sind mit Ihm vereint. Also sterben wir mit Ihm. Wie geschieht das?

Zuerst müssen wir uns klar machen, wie überhaupt der Tod Christi in der hl. Wandlung vergegenwärtigt wird. Wie starb unser Herr am Kreuz? – Durch die Trennung Seines Blutes von seinem Leib. Aus den Wunden Seiner Hände und Füße quoll sein kostbares Blut hervor. Die Marterwerkzeuge öffneten die Quellen des Heiles. Aus der Seitenwunde verströmte Er Sein Blut bis zum letzten Tropfen. In der Trennung des Blutes Christi vom Leib Christ bestand also die physische Ursache Seines Todes. Das Leben lag in der Vorstellung des Alten Bund im Blut verortet. – In der hl. Wandlung nun wird diese Trennung erneuert durch die separate Konsekration von Brot und Wein. Der Priester sagt nicht „Das ist mein Leib und mein Blut.“ Diese Worte stünden für das Leben. Im Leben ist Leib und Blut vereint. Die Messe ist jedoch die Vergegenwärtigung des Todes Christi. Deshalb spricht der Priester zuerst über das Brot: „Das ist mein Leib.“ – Erst dann über den Kelch mit Wein: „Das ist der Kelch meines Blutes.“ Durch die Verwandlung des Brotes in den Leib unseres Herrn und durch die Verwandlung des Weines in Sein kostbares Blut wird der Tod Christi am Kreuz vergegenwärtigt. In der Konsekration wird also der Tod sakramental erneuert.

Durch unsere Selbstaufopferung beim Offertorium sind wir in dieses Geschehen mit hineingenommen. Auch wir müssen mit Ihm sterben. Wir müssen all dem sterben, was Sünde ist. Wir müssen dem Stolz, dem Neid, der Unkeuschheit, der Trägheit, dem Jähzorn, dem Geiz und der Unmäßigkeit sterben. Bei der Konsekration haben wir als Teilnehmer am hl. Meßopfer die Wandlungsworte in ihrem sekundären Sinn mitzubeten. Die primäre Bedeutung kennen wir. Vom Priester gesprochen werden durch sie das Brot in den Leib und der Wein in das Blut Christi verwandelt. Aber: Wir sollen diese Worte auch auf uns selbst beziehen. Alles was wir sind: Mein Leib, mein Blut, mein Leben, mein Verstand, mein Wille, meine Talente und Begabungen, meine Pflichten, meine Verantwortung, die ich vor Dir trage, alles soll vor Dir, mein Gott, ausgegossen sein, so wie Christus Sein Leben am Kreuz in verschwenderischster Liebe zu Deiner Verherrlichung hingegossen hat. Unser Tod mit Christus. Das ist die zentrale Handlung der Konsekration, des zweiten Aktes. Doch niemand stirbt mit Christus, ohne von Ihm neues Leben zu empfangen.

Dritter Akt: Die Kommunion

Dies geschieht in der hl. Kommunion. Um uns das großartige Geheimnis der hl. Kommunion klarzumachen, müssen wir zunächst auf die sichtbare Natur blicken. Wenn die Lichtstrahlen der Sonne, die Regentropfen und der Erdboden sprechen könnten, dann würden zu den Pflanzen sagen: „Wenn ihr uns nicht in euch aufnehmt, dann hättet ihr kein Leben in euch.“ Wenn die Bäume und Pflanzen, das Gras auf dem Feld sprechen könnten, würden sie zurecht den Tieren zugewandt sagen können: „Wenn ihr uns nicht zu euch nehmen würdet, dann hättet ihr kein Leben in euch.“ Dasselbe könnten die Pflanzen und Tiere zusammen zu uns Menschen sagen: „Wenn ihr uns nicht als eure Nahrung genießt, hättet ihr kein Leben in euch.“ Und Christus sagt zu uns im Hinblick auf das übernatürliche, ewige Leben, das er uns schenkt, nichts anderes: „Wahrlich, wahrlich ist sage euch, wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esset und sein Blut nicht trinket, so habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch ißt und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben“ (Joh. 6, 53 f.).

So wird die unbelebte Schöpfung in das Leben der Pflanze aufgenommen, das Leben der Pflanze in die Tiere, die Pflanzen und Tiere in den Menschen und der Mensch in Christus umgewandelt. So wird in der hl. Kommunion gewissermaßen die ganze Schöpfung mit Christus vereint und schon der geheimnisvolle Grundstein für die Erneuerung des ganzen Kosmos gelegt, wenn dereinst der „neue Himmel und die neue Erde“ sein werden. Wir tragen also jetzt schon das ewige Leben, Sein göttliches Leben in uns. Wir sterben, um mit Christus verborgen in Gott zu leben. Insofern wir dem niederen irdischen Leben abgestorben sind, werden fähig das ewige Leben in der hl. Kommunion zu empfangen. Dieses ewige Leben bedarf – wie in der Ehe – dreier Dinge: des Liebenden, des Geliebten und der Liebe. Der Bräutigam schenkt sich ganz der Braut. Die Braut schenkt sich ganz ihrem Bräutigam. Das sich gegenseitige Schenken bringt die Einheit in der Liebe hervor. Nichts anderes geschieht in der hl. Kommunion zwischen der Seele und unserem Herrn Jesus Christus. Darin besteht der dritte Akt der hl. Messe.

„Ite missa est“

Am Ende der hl. Messe ruft uns der Priester die meiste Zeit des Jahres zu: „Ite missa est.“ – „Geht hin, es ist Messe.“ Das ist ein Hinweis darauf, daß unser alltägliches Leben eine gewisse Ähnlichkeit mit dem lebensspendenden Kreuzesopfer unseres Herrn haben muß. Lassen wir nochmals die Schöpfung sprechen. Wenn dieses Mal die Pflanzen zum Wasser, zu den Lichtstrahlen und zu den Nährstoffen im Boden sprechen könnten, so würden sie sagen: „Ihr wollt, daß wir euch aufnehmen? Ihr wollt leben in uns? Na, dann müßt ihr umgewandelt werden. Ihr seid Kristalle, Lichtwellen, Flüssigkeit. Wandelt euch um in unsere Substanz. Dann könnt ihr in uns leben.“ Genauso können die Tiere zu den Pflanzen sprechen: „Ihr könnt nicht sehen. Ihr könnt nicht fühlen, euch nicht von Ort zu Ort bewegen. Wir schon. Wir haben ein höher stehendes Königreich, das Tierreich. Möchtet ihr in unserem Reich leben? Ja? Das ist jedoch nicht möglich, wenn ihr so bleibt wie ihr seid. Ihr müßt durch euren Tod hinaufgenommen werden. Durch euren Tod müßt ihr unsere Muskeln, Knochen, Sehen, zu unserem Blut werden. Nur so könnt ihr in unser Reich eingehen.“

Wir Menschen sagen zu den Tieren: „Ihr könnt nicht denken. Ihr habt keinen freien Willen. Ihr könnt euren Schöpfer nicht erkennen. Ihr könnt Gott nicht lieben. Ich als Mensch verfüge über ein höheres Leben. Aber wenn ihr in mir leben wollt, müßt ihr euer Leben hingeben. Wenn ihr nicht euer Blut vergießt, könnt ihr nicht im Reich der Menschen leben.“ – So spricht schließlich unser Herr zu uns: „Wer sich nicht selbst verleugnet und täglich sein Kreuz nicht auf sich nimmt, der kann (!) mein Jünger nicht sein.“ Kommunion bedeutet nicht nur etwas vom Leben (!) Christi zu empfangen. Paulus sagt es in der heutigen Epistel: „Denn sooft ihr dieses Brot eßt und von diesem trinkt, verkündet ihr den Tod (!) des Herrn, bis er wiederkommt“ (1. Kor. 11, 26). Durch die hl. Kommunion werden wir in das ewige, übernatürliche Leben Christi hineingehoben. Doch insofern wir wieder zurück in unseren Alltag gehen, sind wir vor allem dazu gerufen, dem Gekreuzigten ähnlich zu werden durch unser tägliches Absterben all dessen, was dem ewigen Leben zuwider ist. Es ist wie in der Natur. Wir leben durch das, was wir opfern. Darin besteht die gelebte hl. Messe.

Wenn wir einst vor den Richterstuhl Gottes gerufen werden, so wird unsere Rechtfertigung nicht darin bestehen, mit welcher Andacht wir der hl. Messe beigewohnt haben, wie oft wir physisch beim hl. Opfer anwesend waren, wie oft wir mit unserer Zunge die hl. Kommunion empfangen haben, sondern inwieweit wir die hl. Messe gelebt haben, wie eng wir tatsächlich mit dem Kreuz unseres Herrn vereint waren.
Amen.