Die barmherzige Allmacht und allmächtige Barmherzigkeit Gottes

Geliebte Gottes!

War es eine Gehorsams- und Glaubensprobe, wie manche Ausleger meinen, wenn Christus den zehn Aussätzigen befahl: „Geht und zeigt euch den Priestern!“ (Lk. 17, 14) und sie erst auf dem Weg dorthin heilte? Es mag etwas daran sein. Und doch sträubt sich etwas in uns, den Heiland so pädagogisch, so schulmeisterlich aufzufassen. Die Aussätzigen hatten doch schon mit ihrer Bitte an Ihn ein gewisses Glaubensbekenntnis abgelegt. Jetzt noch künstlich eine erneute Glaubensprobe zu stellen, erscheint etwas überzogen. Wollte unser Herr mit Seinem Befehl nicht auch noch etwas anderes sagen? Wozu dieser Befehl?

„Geht und zeigt euch den Priestern!“

Wenn wir das Evangelium lesen, müssen wir immer bedenken, daß Jesus Christus nicht nur im Augenblick lebt, sondern aufgrund seiner Gottheit stets zugleich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im Blickfeld hat. Aus der Vergangenheit kam die Weissagung des Propheten Isaias: „Aussätzige werden rein.“ Jetzt bot sich Ihm eine Gelegenheit, diese Verheißung an den zehn vom Aussatz befallenen Männern wahr zu machen. Für die Zukunft, die über das heutige Sonntagsevangelium die Heilung „miterleben“ sollte, wollte Er die Menschen nachdenklich machen.

Aussatz ist aus der Perspektive der göttlichen Offenbarung nicht nur eine körperliche Krankheit, die den Menschen bei lebendigem Leibe verfaulen läßt, sondern auch ein schreckliches Bild für die Sünde. Sünde entstellt den Menschen in den Augen des allwissenden Gottes und isoliert ihn zugleich, weil sie ihn aus der Gemeinschaft der Gotteskinder ausschließt. Wenn Christus Aussatz heilt, dann setzt Er zugleich ein heiliges Zeichen für das, was Er eigentlich den Menschen zu geben hat: Heilung vom Aussatz der Sünde und Wiederaufnahme ins heilige Volk der Gotteskinder.

Doch noch einmal die Frage: Warum schickt Er die Aussätzigen zu den Priestern? Nach dem Gesetz des Alten Bundes muß der Aaronitische Priester eine Heilung vom Aussatz bestätigen und den Geheilten auf diese Weise wieder für das gesellschaftliche Leben zulassen. Um das Volk vor Ansteckung zu schützen und zugleich Vorurteile gegenüber dem Geheilten aus der Welt zu schaffen, hatte das Gesetzt eine sakrale Kontrolle festgesetzt. Der Aaronitische Priester konnte zwar nicht gesund machen, doch mußte er den Gesundheitszustand beurteilen und eine Heilung konstatieren. Er mußte darüber urteilen, ob ein geächteter Leprose nach ausgeheilter Krankheit wieder zu seiner Familie zurück konnte oder nicht.

Aber nicht nur deshalb befahl Christus den Aussätzigen „Geht und zeigt euch den Priestern.“ Sein Auge blickt eben auch in die Zukunft. Viele Menschen werden sich im Laufe der Jahrhunderte reuig an Ihn wenden und Ihm ihre mit Sündenaussatz bedeckte Seele hinhalten. Er wird keinen einzigen von ihnen zurückweisen, der wirklich geheilt werden will. Er wird aber auch zu denen sagen: „Geht und zeigt euch dem Priester!“ Nicht dem aaronitischen freilich, sondern dem katholischen. Das neutestamentliche Priestertum ist nämlich vollkommener als das alttestamentliche. Im Bußgericht legt der Aussätzige seine Krankheit dem katholischen Priester offen vor und der von Christus gesandte Priester des Neuen Bundes heilt den Aussatz durch die wundermächtigen Worte der Lossprechung. Deshalb befielt der Herr in den zehn Aussätzigen jedem Sünder: „Geht und zeigt euch dem Priester!“ Es muß jedoch gesagt werden, liebe Gläubige: Um vom Aussatz der Sünde durch die hl. Beichte geheilt werden zu können, sind gewisse Grundkenntnisse nicht nur auf Seiten des Beichtvaters erforderlich. Man muß über das Bußsakrament gut Bescheid wissen, um eine gute und vor allem eine gültige Beichte abzulegen und so seine heilende Wirkung auch tatsächlich zu empfangen.

Notwendigkeit der Beichtkatechese

Aus diesem Grund ermahnt das Konzil von Trient in dem von ihm herausgegebenen Katechismus die Priester sehr eindringlich, daß den Gläubigen das Sakrament der hl. Beichte niemals sorgfältig genug erklärt werden könne. Warum diese eindringliche Mahnung? Zunächst, weil dieses Sakrament für alle, die schwer gesündigt haben, notwendig ist, um ihre Seele zu retten. Dann aber auch, um der Oberflächlichkeit bei denen vorzubeugen, die häufig beichten. Und vor allem, weil die Gültigkeit dieses Sakraments gerade von den innerlichen Akten abhängt, welche der Sünder beim Empfang der Beichte in seiner Seele selbst hervorbringen muß. Wenn also der Priester nie genug darin tun kann, dieses Sakrament sorgfältig zu erklären, dann folgt daraus wie von selbst, daß Sie, liebe Gläubigen, nie genug darin tun können, die Erklärungen über dieses Sakrament aufmerksam zu verfolgen und sich tief in ihr Gedächtnis einzuprägen.

Deshalb werden wir uns heute und an den folgenden Sonntagen ein klein wenig eingehender mit diesem großen Sakrament befassen. Dabei werden wir besonderes Gewicht auf die Punkte legen, die gerade für den Empfänger von entscheidender Bedeutung sind. Dennoch soll der Vollständigkeit halber wenigstens im Telegrammstiel auch das allgemeinbekannte Katechismuswissen über die hl. Beiche hier wenigstens kurz erwähnt werden: Wer hat das Bußsakrament eingesetzt? – Natürlich Jesus Christus. Wann hat unser Herr die Beichte eingesetzt? – Am Tag Seiner Auferstehung von den Toten, am Abend des Ostertages. Wo ist das geschehen? – Im Abendmahlsaal in Jerusalem, in dem sich seine Jünger nach dem Karfreitag aus Furcht vor den Juden verbarrikadiert hatten. Mit welchen Worten hat Jesus dieses Sakrament eingesetzt? – Er hauchte die Apostel an und sprach: „Empfanget den Heiligen Geist; denen ihr die Sünden nachlassen werdet, denen sind sie nachgelassen, und denen ihr sie behalten werdet, denen sind sie behalten“ (Joh. 20, 22 f.). Auf wen ist diese Gewalt von den Aposteln übergegangen? – Auf ihre Nachfolger, die Bischöfe und Priester. Das sind alles bekannte Wahrheiten, die wir nicht eingehender zu behandeln brauchen.

Etwas genauer wollen wir heute jedoch noch die Wirkung des hl. Bußsakraments betrachten. Die Wirkung der hl. Beichte kann kurz so beschrieben werden: 1. Sie ist eine Offenbarung der göttlichen Allmacht und 2. Sie ist eine Offenbarung der göttlichen Barmherzigkeit.

Sündenvergeben – eine Offenbarung der Allmacht Gottes

Zuerst und vor allem handelt es sich beim Bußsakrament um eine wunderbare Demonstration und Offenbarung der göttlichen Allmacht. Die erste und wesentlichste Wirkung ist natürlich der Sündennachlaß, die Verzeihung der Todsünden wie der läßlichen Sünden. Es gibt keine Sünde, die durch die Kraft dieses Sakramentes nicht nachgelassen werden könnte. Das hat Gott durch den Propheten Isaias bereits im Alten Bund verheißen: „Wären eure Sünden rot wie Scharlach, ich werde sie weiß machen wie Schnee“ (Is. 1, 18). Sie werden so vollständig und gründlich ausgetilgt, als wären sie nie begangen worden. Doch denken wir einmal darüber nach, was das bedeutet! Die Sünde wird aus der Seele getilgt und vernichtet. Ist das eine kleine Angelegenheit? Es scheint zunächst in der Tat in vielen Fällen leichter, eine Sache zu zerstören als hervorzubringen. Kaputtmachen ist gewöhnlich leichter als aufbauen. Hunderte von Händen waren früher jahre- und jahrzehntelang damit beschäftigt, einen einzigen Bau, wie beispielsweise den Kölner Dom, zu errichten. Und doch, ein Erdbeben oder eine Atombombe könnte in wenigen Sekundenbruchteilen einen Schutthaufen daraus machen. Zerstören ist leichter als bauen.

Bei der Sünde ist es jedoch gerade umgekehrt. Einen Augenblick, ein Gedanke, ein Wort, ein Blick, eine Bewegung der Hand genügt, und die Sünde ist geschehen. Und durch die Sünde ist eine unüberwindliche Scheidewand ist zwischen Gott und dem Menschen aufgerichtet. Wer aber kann die Sünde tilgen? Wer kann die trennende Wand niederreißen? – Die Hand des Sünders? – Keineswegs! Der Sünder vermag dies aus eigenen Kräften nicht zu erreichen. Weder die geballte atomare Sprengkraft der USA, Rußlands und Chinas zusammengenommen, noch eine unüberschaubare Menge an Demonstranten die den Ruf skandieren „Wir sind das Volk“ könnten diese Mauer der Sünde zum Einsturz bringen. Keine natürliche Macht oder Kraft auf dieser Welt könnte einem Kind auch nur die kleinste Sünde nachlassen. „Wer kann Sünden vergeben als Gott allein?“ (Mk. 2, 7). Der hl. Erzengel Michael war stark genug, die sündigen Engel aus dem Himmel zu vertreiben und in den Abgrund der Hölle zu stürzen. Konnte er aber auch nur einem seiner gefallenen Genossen diese eine und einzige Sünde, die ihn zum Dämonen machte, verzeihen? Nein, gerade das vermochte der mächtige Fürst der himmlischen Heerscharen nicht! „Wer kann Sünden nachlassen außer Gott allein?“ (Lk. 7, 48). Gott spricht zu uns abermals durch den Propheten Isaias: „Ich, ich selbst bin es, der deine Missetaten tilgt, um meinetwillen“ (Is. 43, 25).

Und doch scheint es unserer Erfahrung gemäß etwas derart Leichtes zu sein, Sünden nachzulassen. In nur wenigen Augenblicken, mit einigen wenigen Worten, sozusagen bloß mit dem Hauche seines Mundes, läßt der Priester im Beichtstuhl die Sünden nach. Die Absolution tilgt die Sünde aus der Seele aus, als wäre sie lediglich ein Lufthauch. Was für eine gewaltige Macht muß also in den Worten der Lossprechung stecken! Je schneller und leichter die an sich doch so schwer zu bewerkstelligende Sündenvergebung geschieht, um so größer muß die Macht sein, die dabei wirkt. Wenn wir am Bahnübergang einen langen Güterzug mit vielen schwerbeladenen Waggons, den Hunderte von Menschen nicht voran bewegen könnten, leicht und schnell, fast spielerisch, dahinfliegen sehen, so denken wir vollkommen zu recht, es sei hier keine kleine, sondern eine gewaltige Kraft am Werk, die da in der Lokomotive wirkt und den Zug in Bewegung setzt. Wie groß muß erst die Kraft sein, die sich mit den Worten der Lossprechung verbindet, um in einem Augenblick so viele und oft so schwere Sünden auszutilgen, die keine Kraft auf Erden, ja die alle Geister des Himmels niemals austilgen könnten!

Es ist sicher ein Ausdruck der Macht Gottes, die Hölle ins Dasein zu rufen, die für immer bestehen wird. Auch dazu bedarf es der Kraft Gottes, um alle die verworfenen Geister in den Abgrund zu stürzen und sie für immer in den Flammengluten niederzuhalten. Doch in der Hölle und in ihrem gewaltigen Feuer werden die Sünden zwar gestraft, jedoch nicht getilgt. Im Bußsakrament aber werden die Sünden getilgt. Somit wirkt im Beichtstuhl eine gewaltigere Kraft als selbst im Feuer der Hölle. Es ist die Allmacht Gottes die dort wirkt! Darum betet die Kirche: „O Gott, der du deine Allmacht am meisten offenbarst, indem du schonst und dich erbarmst“ (vgl. Oration vom 10. So. n. Pf.).

Sündenvergebung – eine Offenbarung der Barmherzigkeit Gottes

Und damit ist auch die zweite Eigenschaft Gottes, die da im Bußsakrament wirkt, angesprochen – die göttliche Barmherzigkeit. Noch bevor wir den Fuß in den Beichtstuhl setzen, hat sich die Barmherzigkeit Gottes an uns bereits darin gezeigt, daß Gott so lange die verdiente Strafe für unsere begangenen Sünden zurückgehalten hat. Das hat Gott nicht bei allen, die sündigten, so gehandhabt. – Denken wir nur an die bereits erwähnten sündigen Engel, die nur wegen einer einzigen Sünde, nur wegen einer Gedankensünde, sofort und unmittelbar, wie der Blitz vom Himmel fuhren und in die Hölle verdammt wurden. Wäre es nicht gerecht, wenn Gott es in allen Fällen, also auch an uns, so machen würde? – Ja, es ganz gerecht. Wäre es nicht auch nützlich? – Auch das ist zu bejahen. Freilich, wäre es schrecklich für den Sünder, den es träfe, aber für die anderen Menschen wäre es vielleicht sehr nützlich. Wenn auf die erste schwere Sünde jedesmal sofort der Tod und die ewige Verdammnis folgte, welche Lehre würde das für die anderen sein! Dann würde manche Sünde nie begangen werden, die jetzt so leichtfertig geschieht. Mancher würde nie eine schwere Sünde begehen; ja sogar alle, die verlorengingen, hätten nur eine schwere Sünde begangen, würden also auch nur für eine einzige Todsünde ewig gestraft. – Doch hier zeigt sich die Größe der Barmherzigkeit Gottes, welche die Strafe der Sünden aufschiebt, um uns Zeit und Gelegenheit zur Buße zu lassen! Der Aufschub der Strafe ist Barmherzigkeit.

Noch größer ist die Barmherzigkeit jedoch dort wirksam, wo die Sünden verziehen werden. Und das auch noch sofort! Bedenken wir das einmal: Kaum hat der Sünder den Mund geschlossen und das Bekenntnis seiner Sünden beendigt, so hört er schon die Worte „Ich spreche dich los von deinen Sünden.“ Jesus spricht ihn durch den Mund des Priesters los und er ist tatsächlich frei von Schuld! Wie schon damals am Karfreitag. Kaum hatte der reuige Schächer in seiner Zerknirschung gestammelt: „Herr, gedenke meiner, …“ so antwortete der gekreuzigte Herr: „Heute noch wirst du mit mir im Paradiese sein“ (Lk. 23, 43). Ein Wunder der göttlichen Barmherzigkeit!

Bestaunen wir auch, wie vollständig diese Verzeihung ist. Gott ist nicht nachtragend. Verziehen ist verziehen. Die Hl. Schrift gebraucht dazu die kräftigsten und wirksamsten Bilder. „Gott wird unsere Sünden verzeihen und alle unsere Sünden in die Tiefe des Meeres versenken“ (Mich. 7, 19). Was ist tiefer und was ist verborgener als die Tiefe des Meeres! „Wenn der Sünder Buße tut, so werde ich seiner Missetat, die er begangen, nicht mehr gedenken“ (Jer. 31, 34). Gott, der alles weiß, der nichts vergißt und nichts vergessen kann, will nicht mehr der Sünden gedenken, die doch im Andenken der Menschen und auch im Gedächtnis des Sünders selbst noch lange fortleben. Er will ihrer nicht mehr gedenken! Ein Wunder der Barmherzigkeit!

Bedenken wir schließlich noch wie weit Gott mit seiner Verzeihung geht. Im Gleichnis vom barmherzigen Vater erhielt der verlorene Sohn nicht bloß Verzeihung, das war das wenigste. Er wurde wieder aufgenommen in das Vaterhaus. Er bekam das beste Kleid, den Ring, die Schuhe, er nahm teil an dem Freudenmahl, das der Vater veranstaltete (vgl. Lk. 15, 11-32). – Nicht anders der Sünder. Er erhält im Sakrament der Buße Verzeihung der Sünden; Nachlaß aller ewigen Strafen; Nachlaß, wenigstens teilweisen Nachlaß, der zeitlichen Strafen. Er bekommt wieder das Ehrenkleid der heiligmachenden Gnade. Er bekommt Schuhe an die Füße, d.h. jene helfenden Gnaden, um die Gelegenheiten zur Sünde zu meiden und den Weg der göttlichen Gebote zu wandeln. Er wird wieder eingesetzt in das Erbrecht der Kinder Gottes: das ist der Ring am Finger. Er wird wieder zugelassen zum Empfang des heiligsten Altarsakraments – das ist das Freudenmahl.

„Wo sind die neun?“

Angesichts dieser gewaltigen göttlichen Wohltaten, die uns im Bußsakrament zugänglich sind, dürfen wir in diesem Zusammenhang die schmerzliche Frage Christi am Endes des heutigen Evangelium nicht überhören: „Sind nicht zehn geheilt worden, wo sind denn die neun?“ (Lk. 17, 17). Wir Katholiken sind in einer gewissen Gefahr durch die Art, wie das Bußsakrament heute gespendet wird, das Gespür für die Größe des Sündennachlasses zu verlieren. Der Vorgang ist so einfach. Man geht in den Beichtstuhl, sagt seine Sünden und erhält den Freispruch von aller Schuld. Allzuleicht vergißt man über diesem einfachen Vorgang, das gewaltige Geschehen das dabei vonstatten geht, daß Gottes Allmacht und Barmherzigkeit ein einer Art und Weise wirktätig werden, für die es keinen Vergleich gibt und die uns in dankbares Staunen versetzen müßte. Weil wir das so leicht übersehen oder vergessen, erleben wir die Beichte kaum noch als ein großes Geschenk und sind verhältnismäßig wenig dankbar. Müßte man nicht vielleicht auch am Ausgang unserer Kapelle ein Schild mit der Aufschrift anbringen: „Wo sind die neun?“ Das würde freilich voraussetzen, daß wirklich wenigstens jeder Zehnte eine gute Danksagung nach seiner Beichte macht. Schade, wenn man erst ein Fremdling werden müßte, d.h. einer, welcher der katholischen Kirche erst den Rücken gekehrt hat, ehe er nach langer Zeit wieder zu ihr heimfindet, um dankbar zu sein können und ein Gespür zu entwickeln für die Größe des göttlichen Geschenks der Lossprechung.

Dankbares Staunen

Wenn wir also bedenken, daß im Sakrament der Buße zwei Vollkommenheiten Gottes, Seine Allmacht und Seine Barmherzigkeit, miteinander wetteifern, um unsere Seelen zu reinigen und zu heiligen, dann ist die einfachste Schlußfolgerung doch diese, daß wir uns anstrengen müssen, um dieses große und heilige Sakrament würdig und voller Dankbarkeit zu empfangen. So ist also der Bericht über die zehn Aussätzigen und ihre Heilung mehr als eine bestandene Glaubens- und Gehorsamsprobe. Er ist für uns zugleich ein Ansporn zum Überlegen, Überprüfen, vielleicht zu heilsamer Beschämung. In jedem Fall aber zu dankbarem Staunen über Gottes barmherzige Allmacht und Seine allmächtige Barmherzigkeit. Amen.